Die Kaufanfragen pro Angebot in den Speckgürteln der vier Metropolen Berlin, Hamburg, München und Köln sind innerhalb der vergangenen fünf Jahre stärker gestiegen als in den Städten selbst. Lässt sich daraus bereits ein nachhaltiger, neuer Trend ablesen?

Für die Analyse wurde die Entwicklung der Nachfrage nach Häusern in elf ausgewählten Großstädten im Radius von 40 Minuten Fahrzeit untersucht. In München und Köln zeigt sich dieser Trend bereits deutlich: In beiden Städten sind die Anfragen pro Objekt innerhalb des 40-Minuten-Radius in etwa doppelt so stark gestiegen wie im Stadtgebiet. In München hat sich die Nachfrage in der Stadt um 31 Prozent erhöht, im Umland um 57 Prozent. In Köln ist die Spanne sogar noch etwas größer: Plus 74 Prozent im Stadtgebiet stehen plus 156 Prozent im Speckgürtel gegenüber. Die steigenden Preise für Häuser und Bauland sind für viele Familien der Anlass, der Stadt den Rücken zu kehren – besonders in der Coronakrise.

Wer nicht jeden Tag in die Stadt zum Arbeiten muss, nimmt eine längere Anfahrt aus dem Umland in Kauf. Bereits seit einigen Jahren läßt sich hier eine steigende Nachfrage erkennen.

Auch in Berlin lässt sich bereits ein Trend erkennen, wenngleich die Unterschiede dort geringer sind, weil die Dichte im großflächigeren Umland geringer ist. Bisher zeichnet sich der Trend zur Stadtflucht besonders in teuren Großstädten ab, in denen der Immobilienmarkt sehr eng ist und Familien immer größere Schwierigkeiten haben, Wohneigentum zu erwerben. Ob sich dieser Trend in Deutschland flächendeckend abzeichnet, muss weiter beobachtet werden.

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